Kai Gondlach als Keynote Speaker auf einer Bühne – 10 Jahre Highlights

10 Jahre - meine Highlights

Zehn Jahre, über 400 Vorträge, und die schönsten Momente kommen oft erst Jahre später an. In diesem Interview blicke ich auf die Auftritte zurück, die mich als Keynote Speaker und Zukunftsforscher geprägt haben. Ich erzähle, warum mich ausgerechnet ein Abend in Rottweil noch heute begleitet, wie ein komplexes Szenario-Projekt für den größten deutschen Immobilienverband entstanden ist und was es bedeutet, wenn Kunden Jahre später zurückrufen und sagen: Sie hatten damals Recht. Zukunftsforschung wirkt oft mit Verzögerung, und genau das macht sie so besonders.

 


 

Wenn Sie auf die letzten zehn Jahre zurückblicken: Was war der Moment, in dem Sie zum ersten Mal gespürt haben, dass Ihre Arbeit wirklich Wirkung entfaltet?

Als Zukunftsforscher merkt man das erst mit einigen Jahren Verzögerung; dann, wenn die ersten Teilnehmer von Engagements sich melden und dafür bedanken, dass man auf bestimmte Entwicklungen aufmerksam gemacht hat. Ich wurde schon mehrfach nach einigen Jahren vom selben Kunden wieder eingeladen – oft mit den Worten: “Wir waren damals erst irritiert, haben dann aber gemerkt, dass Sie Recht hatten.”

 

Was war für Sie persönlich ein Höhepunkt, der von außen vielleicht gar nicht so spektakulär wirkte?

2017 durfte ich beim Tag des Handwerks einen Vortrag halten. Das klingt vielleicht erst einmal nicht außerordentlich, doch erstens war es glaube ich meine bis dato größte Bühne (in Quadratmetern und Anwesenden). Zweitens hatte ich erstmals eine Kamerafrau dabei, die um mich herumwuselte und tolle Aufnahmen gemacht hat. Und drittens stand auf derselben Bühne wenige Stunden vor mir die Bundeskanzlerin Angela Merkel – das unterstreicht die hohe Relevanz dessen, was ich tun darf.

(c) Uli Regenscheit; Kai Gondlach beim VDAW Verbandstag
(c) Uli Regenscheit; Kai Gondlach beim VDAW Verbandstag

Wenn Sie nur drei Auftritte aus zehn Jahren auswählen dürften, die Ihre Arbeit am besten repräsentieren – welche wären das und warum?

Als Keynote Speaker sehe ich viel Licht und Schatten, was das Veranstaltungsmanagement betrifft; es gibt wahnsinnig professionelle Betreuung auf der einen Seite, auf der anderen Seite natürlich auch kleine Formate, in denen es keine festen Ansprechpersonen gibt. Repräsentativ sind aus meiner Sicht die Anlässe in der Mitte. Ich erinnere mich gern an einen Anlass in Rottweil 2018, ausgerichtet vom Schwarzwälder Boten, der die interessierte Öffentlichkeit ins dortige Kraftwerk eingeladen hatte. Ein anderes Highlight war die Einladung vom Landratsamt Rottal-Inn, wo das RegioLab in Eggenfelden interessierte Unternehmer:innen der Region versammelte – und alles dafür getan wurde, dass ich mich wohlfühle (was gelungen ist!). Als drittes wähle ich die kurzfristigste Buchung aller Zeiten im Januar 2025; eines Donnerstags im Januar erhielt ich eine Anfrage, ob ich am kommenden Dienstag in Nürnberg auf einer Messe verfügbar wäre. Erst dachte ich, man habe sich im Jahr geirrt, doch es war ernstgemeint. Mit etwas Kalender-Tetris konnte ich dann tatsächlich fünf Tage nach der Anfrage dabei sein. Auch die drei Formate waren sehr unterschiedlich: Einmal eher ein Pressegespräch mit dem Deutschlandchef des Messeausstellers; einmal ein öffentliches, eher Theater-artiges Setting mit mir als Main Act; und der Anlass in Rottweil, der vor interessierten Unternehmer:innen stattfand, das in politische und wirtschaftliche Vorträge und Sessions eingebettet war.

 

Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Wissenschaft, Beratung und Öffentlichkeit. Welches Highlight hat Ihnen gezeigt, dass diese Kombination tatsächlich funktioniert?

Da gibt es nicht das eine Highlight, aber ein kürzliches Projekt, das diese drei Aspekte aufgreift – plus einen weiteren. Im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA e.V.), dem größten Branchenverband der Immobilien- und Bauwirtschaft Deutschlands, habe ich mit meinem PROFORE Zukunftsinstitut 2024 ein Szenarioprojekt durchgeführt. Hier war erstens der methodische Anspruch sehr hoch, was auch in der finalen Studie gezeigt wird. Zweitens waren wir in den vier Workshops natürlich auch beratend tätig, insbesondere zur Frage, wie denn die theoretischen Erkenntnisse aus den Szenarien sowie dem Prozess dahin in strategische Ableitungen überführt werden können. Dieser Teil ist natürlich nicht öffentlich verfügbar. Was – drittens – öffentlich aber verfügbar ist: Die Studie zum Nachlesen, die Präsentation auf dem ZIA Innovationskongress im November 2024 sowie diverse Aktivitäten, die der Verband seitdem auf der Basis der Studie gestartet hat. 2026 waren wir mit den Szenarien sogar für einen Award des Immobilienmanager Magazins nominiert.

 

Welche Bühne oder welcher Kontext hat Ihnen am meisten bedeutet: große Konferenzen, interne Strategiemeetings mit Führungskräften oder der direkte Austausch mit kleineren Organisationen?

Das ist pauschal schwer zu sagen, aber ganz offen: Wenn ich einen guten zwischenmenschlichen Draht zu meinem Auftraggeber habe, macht es mir natürlich am meisten Freude – und die überträgt sich dann auch aufs Publikum. Das kann mal ein Strategiegespräch sein wie einmal mit einem großen Wasserverband in Westdeutschland, wo ich nur mit den Führungskräften und dem Aufsichtsrat die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz beleuchtet habe. Es kann ebenso eine kleine Firma sein, die am Ende eines Mitarbeitertages (Neujahrsempfang, Weihnachtsfeier, Sommerfest) einen fundierten Zukunftsblick mit mir anbietet. Manchmal sind es auch Andersdenkende in großen Konzernen, die bewusst ungewöhnliche Impulse setzen möchten, die die zähen Strukturen wenigstens für einen Tag überwinden.

(c) Ludwig Schedl; Kai Gondlach beim pma focus 2019

Wenn Sie an Ihr erstes größeres Projekt zurückdenken: Wie sehr unterscheidet sich das von den Projekten, die Sie heute machen?

Im Keynote-Bereich: Sehr stark! Angefangen habe ich ja noch als fester Mitarbeiter eines Think Tanks, hatte die Präsentationen mit meinem Vorgesetzten entwickelt und wenig eigene Impulse gesetzt – mir fehlte sowohl die Bühnen- als auch Facherfahrung. Das hat sich über die Jahre logischerweise entwickelt. Seit meiner Selbstständigkeit 2019 bereite ich jede Präsentation viel gezielter vor, gehe stärker auf die tatsächlichen Bedürfnisse und Zielsetzungen meiner Kunden ein, beziehe auch stärker die aktuellen, regionalen oder branchenspezifischen Rahmenbedingungen mit ein. Ebenso hat sich der Vertriebsweg gewandelt; heute arbeite ich mit verschiedenen Agenturen und Dienstleistern zusammen, die mich bei der Organisation der Auftritte unterstützen, damit ich mich voll auf die inhaltliche Korrespondenz, Vorbereitung und Durchführung konzentrieren kann.

 

Viele Highlights entstehen aus Risiken. Welche Entscheidung in den letzten zehn Jahren war besonders mutig – und hat sich im Nachhinein ausgezahlt?

Mit Beginn der Selbstständigkeit 2019 habe ich sehr viel Zeit und Geld in meine Positionierung gesteckt – und das tue ich bis heute. Der Erfolg anhand der Buchungszahlen, wiederkehrender Kundenbeziehungen sowie SEO-/GEO-Rankings zeigt: es hat sich gelohnt. Mutig war das deshalb, weil ich besonders in der Pandemie natürlich auch hätte sagen können: ein Geschäftsmodell, das maßgeblich von Veranstaltungen abhängt, ist keine langfristige Basis. Trotzdem habe ich jeden übrigen Euro in Positionierung und Vertrieb sowie jede freie Minute in die Entwicklung von Inhalten und Büchern gesteckt. Das zahlt sich jetzt aus.

 

Welche Rolle spielte das Schreiben von Büchern oder Whitepapern in Ihren persönlichen Highlights?

Ich verarbeite viele Inhalte aus den Veröffentlichungen in meinen Vorträgen, profitiere natürlich auch von dem riesigen Netzwerk der Sammelbände. Das ist eine schöne Wechselwirkung. Wenn ich fachliche Fragen habe, kenne ich grundsätzlich viele kluge Menschen, die meine Fragen beantworten oder Thesen diskutieren können. Ein Whitepaper über Künstliche Intelligenz gefiel einer Verlagsleiterin so gut, dass sie mich proaktiv ansprach, ob ich daraus nicht ein Buch machen wolle – das war die Geburtsstunde von „KI jetzt!“, das 2024 erschien. Rückblickend war ich mit sechs veröffentlichten Büchern zwischen 2021 und 2025 ganz schön produktiv; mir ist aber immer auch wichtig zu betonen, dass ich ohne meine Co-Herausgebenden und Co-Autoren sicher doppelt so lang gebraucht hätte.

(c) Sandy Dinkelacker; Kai Gondlach bei der DWA Landesverbandstagung 2023

Wenn Sie an Ihr Netzwerk denken: Wann wurde Ihnen klar, dass Sie Teil eines größeren Ökosystems aus Zukunftsforschern, Strategen und Innovatoren geworden sind?

Das bin ich nicht geworden, das habe ich so gemacht. Seit 2019 bin ich Mitglied in der World Futures Studies Federation, dem Netzwerk Zukunftsforschung und schon 2014 gründete ich mit Kommiliton:innen den Alumniverein des Masterstudiengangs Zukunftsforschung (Kapitel 21: Zukunftsforschung), wo ich immer noch aktiv bin. Die Erkenntnis, dass Zukunftsforschung bzw. Foresight aber mehr braucht als die akademische Zukunftsforschung, reifte erst über die Jahre und so erweiterte ich schrittweise die Kontakte und Kooperationen zu den Bereichen Strategie, Innovation(smanagement), Change und weiteren. Dass daraus auch ein Geschäftsmodell entstehen kann, sieht man am Zukunftsinstitut PROFORE.

 

Wenn jemand Ihre Arbeit in zehn Jahren anhand eines einzigen Moments verstehen wollte – welcher Moment wäre das?

Dieser Moment liegt aktuell (April 2026) noch in der Zukunft, aber immerhin der nahen: Mit dem Launch der PROFORE Foresight Akademie, die sowohl Wissen als auch Umsetzungskompetenz vermitteln wird, wird meine Vision verständlicher. Damit möchte ich meinen Beitrag zu lebenswerten Zukünften teilen – und vor allem die Kompetenz zur strategischen Vorausschau in Organisationen verankern helfen. Alles, was ich in den letzten zehn Jahren professionell getan habe, zahlt auf diese Plattform ein.

 

Welches Highlight würden andere vielleicht erwarten – das für Sie persönlich aber gar keines war?

Besonders viel Applaus eines großen Publikums oder eingetretene Aussagen über die Zukunft. Es ist nicht so, dass mich die beiden Dinge kalt lassen, im Gegenteil. Aber es ist nichts, woran ich meinen Wert als Zukunftsforscher, Redner oder Berater primär messe.


Der etwas andere Jahresrückblick 2025

2025 war ein gutes Jahr. Ein volles Jahr. Ein ambivalentes Jahr. Ein absurdes Jahr. Ein Jahr, das sich gelegentlich mehr wie der Writer’s Room eines überambitionierten Netflix-Thrillers anfühlte als wie unser tatsächlicher Alltag – aber hey, wem erzähle ich das. (Mehr dazu in unserem Übermorgen.funk-Jahresrückblick – dort wird’s politisch, philosophisch und stellenweise ziemlich wild.)

Für mich persönlich war 2025 aber vor allem eines: ein Meilensteinjahr.

39 Keynotes. Von Schleswig bis Zagreb.* 

Zwischen Hilden und Weiherhammer lagen dieses Jahr nicht nur viele Zigtausend Bahnkilometer, sondern auch unglaublich viele Begegnungen, Debatten, Zukunftsbilder, viel Optimismus – und mindestens ebenso viel Realitätssinn.

39 Keynotes. Das ist nicht nur ein Zahlenspiel, das ist:

  • ein kleiner Querschnitt durch die deutsche (und europäische) Transformationsseele.
  • ein Ausblick darauf, was Organisationen wirklich bewegt.
  • ein Reminder, warum wir Zukunftsforschung nicht schönreden, sondern scharfstellen müssen.

Und: Es macht immer noch Spaß. Wirklich.

*Mallorca war noch südlicher, aber ungeeignet als Alliteration.

Zwei neue Bücher. Ein Zyklus schließt sich.

1) Wachstum mit Wurzeln

Im November erschienen – und schon jetzt eines meiner liebsten Projekte ever. Ein Brückenschlag zwischen nachhaltigem Gartenbau und moderner Unternehmensführung. Ein Buch über Pragmatismus statt Pathos. Über Verwurzlung statt Verwirrung. Besonders geeignet für alle, die nicht mehr an Nachhaltigkeit glauben, sondern es einfach machen #greenhushing

Erhältlich direkt bei Haufe oder im PROFORE Zukunft.shop.

2) Regenerative Zukünfte & Künstliche Intelligenz – Band 3

Kommt am 31.12.2025 raus und komplettiert unsere Trilogie aus über 100 Beiträgen von Koryphäen und Shooting Stars aus Nachhaltigkeit, Technologie und Business. Erscheint bei Springer.

Damit schließen wir ein Projekt ab, das eigentlich zu groß war, um überhaupt zu starten – und das jetzt genau zur richtigen Zeit zur Verfügung steht.

Die große Nachricht: Die PROFORE Foresight Akademie ist bereit für den Start.

Fast vier Jahre Arbeit. Forschung. Didaktik. Prototyping. Gespräche mit Unternehmen, Hochschulen, Partner:innen. Unzählige Lernziele, Strukturen, Iterationen.

Jetzt ist der Plan umsetzungsreif.
2026 wird sie gelauncht.
Und ja: Sie wird die Weiterbildungslandschaft in Deutschland – und perspektivisch global – verändern.

Wer diesen Zlog liest und Bock auf Future Punk in seriös hat:

  • 2./3. September 2026 freihalten.
  • Oder uns direkt ansprechen.

Das Kickoff-Event wird … anders. Exklusiv. Wichtig. Und vielleicht der Moment, an dem Foresight in Deutschland endlich auf das Niveau gehoben wird, das wir international längst brauchen.

2026: Keynotes, Akademie, Öffentlichkeitsarbeit. Und ein Umzug.

Das kommende Jahr startet wieder mit vielen Auftritten – aber erstmals auch mit den ersten Kursformaten, die wir für die Akademie entwickelt haben.

Parallel wird’s viel Öffentlichkeitsarbeit geben, weil wir die Mission groß machen müssen:

  • Zukunftskompetenz professionalisieren
  • Organisationen befähigen
  • Szenarien ins Zentrum strategischer Entscheidungen holen.

Privat bleibt’s auch spannend: Ich ziehe im Februar um, mein Sohn ist inzwischen 2,5 Jahre alt und Leipzig bleibt meine Wahlheimat.

Mini-Teaser aus dem Übermorgen.funk-Jahresrückblick

Nur ganz kurz – vollständige Analyse im Podcast (und wirklich hörenswert). Ein paar Schlagworte aus dem Skript:

  • Polarisierung und neue Konfliktlinien
  • Tech-Kapital vs. Rechtsstaatlichkeit
  • Klimafrustration, Greenhushing und die leise Revolution der Erneuerbaren
  • digitale Souveränität als geopolitisches Machtinstrument
  • Zeitenwende, Machtverschiebungen, Demokratieschocks

Es war ein verrücktes, anstrengendes, faszinierendes Jahr.
(Die volle, episch strukturierte Analyse gibt’s hier im Podcast – mein persönlicher Jahresrückblick-Tipp.)

Warum dieser Zlog 2026 vielleicht etwas dünner wird.

Ganz einfach: Alle Energie fließt in die Akademie.
Und das ist gut so.

Wer tiefer eintauchen möchte:

  1. Newsletter abonnieren
  2. mir auf LinkedIn folgen
  3. und sich schon mal auf ein paar große Veränderungen einstellen.

2025 war der Auftakt.
2026 wird das Fundament gelegt.
Ab 2027 wird sich zeigen, wie groß dieses Projekt wirklich werden kann.

Zum Schluss: Danke.

Fürs Lesen, Teilen, Kommentieren, Diskutieren, Unterstützen, Widersprechen.

Für all die Menschen, die dieses Jahr möglich gemacht haben – beruflich wie privat.

Den besten Jahresrückblick des Jahres gibt’s wie immer bei Übermorgen.funk.

Den zweitbesten – naja, den habt ihr gerade gelesen.

Auf ein mutiges, neugieriges, leicht chaotisches und sehr zukunftsgewandtes 2026.

— Kai


Neue Website online und allgemeines Update

Während der Sommer etwas stockend in Gang kam, waren wir entgegen der längeren Stille hier im Zlog nicht untätig. Im Gegenteil. Wie vielleicht der eine oder die andere schon gemerkt hat, sieht die Website seit Ende Juli anders aus. Wir haben den Relaunch bzw. Facelift einige Monate lang vorbereitet und gemeinsam mit der Speaker Agentur Athenas und den Kollegen in Dänemark umgesetzt. Keine leichte Geburt bei so vielen individuellen Funktionen und Inhalten. Einige davon haben die Überarbeitung nicht überlebt und wurden im besten Sinne in den Ruhestand befördert.

Uns interessiert nun brennend, was Sie und ihr davon halten/haltet. Funktioniert alles? Sind die Inhalte gut auffindbar? Gefallen die Videos? Fehlt etwas? Passt das neue Design gut zur Kernmarke? Wir freuen uns sehr über jede Form von Feedback, gern über das Kontaktformular.

Update von Kai Gondlach & PROFORE im Sommer 2024

Das Jahr begann turbulent und wie es sich für Turbulenzen gehört, wirken sie oft noch nach. Glücklicherweise haben sich einige strategische Entscheidungen in der Unternehmensführung der Kai Gondlach GmbH und der PROFORE Gesellschaft für Zukunft mbH als goldrichtig bzw. bis dato sehr erfolgreich erwiesen. Die Anwendung der Methoden der Zukunftsforschung aufs eigene Unternehmen hat sich wirklich gelohnt, wenn auch - wie es sich gehört - mit einigen Wachstumsschmerzen.

Die Anzahl der Presse- und Medienanfragen hat sich sehr positiv entwickelt, besonders von überregionalen Medien. Das bisherige Highlight des Jahres war natürlich mein Interview mit dem RTL Nachtjournal im Mai, von dem unfassbare 18 Minuten tatsächlich ausgestrahlt wurden. So viel Sendezeit für Zukunftsforschung in einem Top-Medium; ich weiß nicht, ob es das schon einmal gab. Die Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen im Berliner Studio hat darüber hinaus auch noch richtig Spaß gemacht, sodass ich mich schon auf zukünftige Sessions dieser Art freue!

Keynote-Update 2024

Die Keynote-Saison 2024 begann erst zögerlich, entwickelte sich dann aber rasch zur intensivsten seit 2019, dem Jahr vor Corona. Und das ist ein wahrer Grund zur Freude, denn das Jahresziel ist nun, da ich diesen Text schreibe, zu 98 Prozent erreicht und der Kalender im zweiten Halbjahr ist gut gefüllt. Vielen Dank an die vielen Menschen, die dies ermöglicht haben und weiterhin ermöglichen! Außerdem 1000 Dank an die zahlreichen Menschen, die ich im Zuge der bisherigen 23 Auftritte dieses Jahres kennenlernen durfte. Mein Highlight war eine Reise nach Oldenburg auf Einladung der dortigen Wirtschaftsförderung - dort traf ich auf ein großes, begeistertes Publikum, wertschätzende Kundengespräche und einen echten DeLorean wie im Film "Zurück in die Zukunft" (und meinem Imagefilm). Der Herbst wird aller Voraussicht nach sehr reiseintensiv und es gibt nur noch wenige Zeitfenster in meinem Kalender, zu denen ich neue Termine annehmen könnte. Einerseits eine schöne Situation, da ich dann in meinem Element bin, andererseits schade, wenn interessante Anfragen aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden müssen. Aber heute ist nicht alle Tage, ich komm' wieder, keine Frage!

Buch-Update 2024

In der Zwischenzeit erschien mein erstes Sachbuch "KI jetzt!" Ende April, in dem ich gemeinsam mit dem KI-Experten Mark Brinkmann den Spagat probiert habe, sowohl die wichtigsten Begriffe und Konzepte (und natürlich Zukunftsbilder) von Künstlicher Intelligenz zu beschreiben, als auch konkrete Starthilfe für Führungskräfte in Organisationen zu geben, wie sie KI gewinnbringend implementieren können. Viele positive Rezensionen in diversen Medien lassen den vorsichtigen Schluss zu, dass dieser Spagat ganz gut funktioniert hat, was mich sehr glücklich macht. Immerhin entstand das Buch in kürzester Zeit und zwischendurch erschien der für mich wichtigste Protagonist auf der Bühne meines Lebens - mein Sohn, der inzwischen das erste Lebensjahr mit allen Höhen und Tiefen erfoglreich absolviert hat und unsere Leben durcheinanderwirbelt.

Noch ein wichtiges Buchprojekt wird demnächst veröffentlicht: Gemeinsam mit drei Co-Herausgebenden habe ich in den letzten zwei Jahren einen bislang einzigartigen Sammelband in drei Teilen vorbereitet, an dem über 200 Autor:innen mitgewirkt haben. Die Rede ist von "Regenerative Zukünfte und künstliche Intelligenz" in den drei Bänden PLANET, PEOPLE und PROFIT, welche im Springer VS Verlag und konkret der Sonderserie zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDG) erscheinen werden. Über 100 Beiträge aus dem großen Spektrum der Nachhaltigkeit auf allen Ebenen haben wir ausgewählt, gelesen, strukturiert und machen sie demnächst verfügbar für die interessierte Öffentlichkeit. Darin enthalten sind sowohl Problembeschreibungen als auch innovative Lösungsansätze, Konzepte und Utopien. Den Verkaufspreis haben wir auf 49,90 Euro reduzieren können, was für Fachbücher dieses Umfangs sehr günstig ist - dafür verzichten wir auf Tantiemen. Warum? Weil wir möchten, dass die wertvollen Inhalte eine möglichst große Zielgruppe erreichen! Zudem gibt es wohl kaum einen besseren Beweis für intrinsische Motivation, als ein solches Mammutprojekt pro bono zu stemmen. Umso dankbarer sind wir, wenn diese Botschaft bei möglichst vielen Gelegenheiten weitererzählt wird! Der erste und zweite Band erscheinen noch in diesem Jahr, PROFIT folgt dann Anfang 2025.

Derweil hat meine Co-Herausgeberin von "Arbeitswelt und KI 2030" (Springer Gabler), Dr. Inka Knappertsbusch, die zweite, erweiterte Auflage des Bestsellers (über 700.000 Zugriffe allein bei Springer!) maßgeblich vorangetrieben und organisiert. Ein paar Beiträge konnte ich auch lesen und korrigieren und kann schon jetzt sagen: Das Update wird noch besser als das Original und mit fast doppelt so vielen Beiträgen auch deutlich umfangreicher. Das Veröffentlichungsdatum steht noch nicht fest; bei Linkedin werde ich auf jeden Fall darüber berichten, vermutlich auch im Newsletter.

Last but not least habe ich ein neues Buchprojekt gestartet. Dabei handelt es sich wieder um ein Sachbuch, bei dem ich mich als Co-Autor eingeklinkt habe. Viel darf ich über den Inhalt noch nicht verraten, aber so viel: Es besetzt eine einzigartige Nische im Business-Bereich und wird auch stilistisch für viele neuartig sein. Ein Veröffentlichungsdatum gibt es noch nicht, da die Verlagsabsprachen noch laufen. Stay tuned!

PROFORE-Update 2024

Ein paar Takte zum unternehmerischen Big Picture. Das PROFORE Zukunftsinstitut wird in diesen Tagen zwei Jahre alt und hat damit den wichtigsten Meilenstein für ein junges Unternehmen geschafft! Jetzt sind wir sogar KfW-kreditwürdig 😇 Der Beiname "Zukunftsinstitut" ist natürlich ein kleiner Sidekick zu den Kolleg:innen nach Frankfurt, das Geschäftsmodell und die Angebote könnten in derselben Branche kaum unterschiedlicher sein. Was PROFORE auszeichnet, ist seine Dezentralität, Agilität und der klare Fokus auf Erkenntnisvermehrung der Kundschaft. Wir machen keinen Outbound-Vertrieb, sondern stellen für jedes Projekt einzigartige und kompetente Teams zusammen.

Aktuell realisieren wir mit einem kleinen Team eine wahnsinnig spannende und zukunftsweisende Szenarioanalyse in der Immobilienwirtschaft. Darüber wird es ab November mehr Infos geben. Nur so viel: Nach einigen Monaten Recherche, vielen Interviews und einer Online-Befragung ergaben sich 460 Milliarden verschiedene Szenarien, die wir computergestützt errechnet haben, was selbst mit einem Hochleistungscomputer mehrere Tage gedauert hat. Cliffhanger: Die Arbeit hat sich gelohnt! Darüber hinaus macht die Foresight Akademie wichtige Schritte in die richtige Richtung. Was dahintersteckt, wird schon bald im Newsletter kommuniziert werden.

Derweil arbeite ich mit einem völlig anderen Team an einer Startup-Idee, die das Potenzial hat, den demografischen Wandel und die angespannte Fachkräftesituation nachhaltig zu verändern. Mehr kann ich natürlich noch nicht verraten, damit will ich nur sagen: Meine Interpretation von Zukunftsforschung beinhaltet durchaus auch die aktive Zukunftsgestaltung 😉

Fazit

Das Jahr 2024 ist alles andere als entspannt oder geradlinig verlaufen und mit diesem Befund bin ich ganz sicher nicht allein. Die Nachfrage nach seriösen Zukunftsanalysen hat sich nach Corona- und Ukraine-Schock endlich erholt, was mich als intrinsischen


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