Über mich

Geboren wurde und aufgewachsen bin ich im hohen Norden Deutschlands, wo Schaf und Igel sich gute Nacht sagen. Ganz in der Nähe: die Westküste Schleswig-Holsteins, die tiefste Landstelle Deutschlands, einmal im Jahr das größte Metal-Festival der Welt und in alle Himmelsrichtungen sonst nicht sehr viel.

Ich bin nordish by nature.

Nach dem Abitur 2007 zog es mich bald in den Osten der Republik: Potsdam und Berlin waren gut sieben Jahre meine Lebensmittelpunkte. Seit 2015 ist Leipzig meine Wahlheimat. Der Charme der Stadt ist einzigartig, „Leibzsch“ ist für mich das bessere Hamburg (sorry, Freunde) mit besserem Wetter und kompakteren Gastronomieangeboten. Ich bin überzeugter Wahl-Ossi.

Weil mir nichts Besseres einfiel, studierte ich Soziologie und Politik-/Verwaltungswissenschaft. Dann fiel mir was Besseres ein, weshalb ich einen Master in Zukunftsforschung machte.

Als hätte ich endlich die Nadel im Heuhaufen gefunden, die ich unwissentlich jahrelang gesucht hatte, war plötzlich glaskugelklar: ich bin Futurist

Nach einigen beruflichen Stationen, darunter u. a. vier Jahre im 2b AHEAD Thinktank, einem großen deutschen Trendforschungsinstitut, habe ich mich durch Forschungs- und Strategieprojekte mit den unterschiedlichsten Branchen und Unternehmen beschäftigt. Im Zuge dessen begann ich, die Erkenntnisse aus Theorie und Praxis bei zahlreichen Keynotes zu teilen. Darüber hinaus engagiere ich mich in der Gemeinschaft der Zukunftsforschenden.

Für alle, die mehr über mich erfahren möchten

Mein Geburtsort Itzehoe liegt ca. 60km nördlich von Hamburg, 40km östlich der Nordseeküste und 15km südlich von Wacken. Die charakteristischen Merkmale dieser Orte haben meine Kindheit und Jugend sehr geprägt:

Schleswig-Holstein hieß mal “Land der Horizonte”, heute offiziell der “echte Norden”. Neben Bergarmut ist die Landschaft vor allem durch viel plattes Land, frische Luft und herrliche Natur – Wälder, Wasser, wilde Tiere – gekennzeichnet. Sommer ist der schönste Tag im Jahr, ansonsten ist meistens Frühling oder Herbst am selben Tag. Das macht auch etwas mit der Mentalität der Menschen, die komplexe Unterhaltungen ausschließlich unter Verwendung der Worte “moin”, “jo” und “Tüdelkram” führen können. Fischbrötchen, am liebsten mit Matjes, gehören zur Grundnahrung und konnten auch in meinen veganen Phasen einen Ausnahmetag rechtfertigen. Überhaupt nimmt der/die Nordmann/frau vieles nicht so heiß, wie es gekocht wird, lässt Fünfe gerade sein, ist geduldig und genügsam.

Am Itzehoer Fraunhofer Institut wurde unter anderem die MP3 erfunden, dieser technikaffine Spirit hat mich in jungen Jahren angesteckt;

mit 11 Jahren habe ich das erste Mal einen Computer auseinander- und erfolgreich wieder zusammengebaut, mit 18 habe ich mich als Webdesigner nebengewerblich selbstständig gemacht.

Außerdem hatten wir dank des hier beheimateten Internet-Hochgeschwindigkeitskabels, dessen langer Weg durch den Atlantik in Itzehoe endet, fast als Erste im Land DSL. Als digitaler Revolverheld habe ich zudem viele Stunden mit PC-Games verbracht.

Aus Itzehoe stammen einige namhafte Musiker, Wacken beherbergt seit vielen Jahren eins der größten Metal-Festivals der Welt. Auch hiervon habe ich mich anstecken lassen: eins der ersten Fotos vom kleinen Kai zeigt ihn stehend unter der Klaviatur des Konzertpianos seiner Eltern, wenig später besuchte er gut zehn Jahre den klassischen Klavierunterricht der lokalen Volkshochschule und tourte mit seinem Lehrer durch Schleswig-Holstein. Viel später entdeckte ich durch Zufall mein heutiges Musik-Idol Frank Turner im Radio; fasziniert davon wünschte ich mir zum nächsten Geburtstag eine Gitarre und fing an, autodidaktisch die Lagerfeuerklampfe zu erlernen. Kleinere Auftritte sind die Ausnahme, doch im privaten Kreis bleiben die Saiten selten ruhig.

Ich gehörte zum letzten Jahrgang, deren männliche Vertreter für den Wehrdienst zur Musterung gehen und entweder tatsächlich neun Monate bei der Bundeswehr dienen mussten, alternativ verweigern und den Zivildienst wählen konnten oder für untauglich ausgemustert wurden. Ich wählte Option B und absolvierte mein Jahr nach dem Abitur in der Küche eines katholischen Altenheims. Eine sehr wertvolle Zeit, in der ich nicht nur kulinarische und organisatorische Erfahrungen sammelte, sondern vor allem das frühe Aufstehen lieben lernte. Außerdem bin ich als Sohn von Gastronomen aufgewachsen und konnte mit vier Jahren mein eigenes Spiegelei braten, noch besser konnte ich mir vor allem die Finger in der Großküche verbrennen. Mehrmals.

Am Gymnasium hatte ich einen Lieblingslehrer, der unsere Klasse (die erste bilinguale Projektklasse im Bundesland) ursprünglich bis zum Abitur führen sollte und uns unheimlich gefördert und gefordert hat. Nach der 8. Klasse verstarb er ganz plötzlich, viel zu früh. Eine seiner ganz zentralen Botschaften, an die ich mich oft erinnere und die mich sehr geprägt hat, lautete: „be prepared“. Ja genau, die alte Pfadfinder-Maxime. Nach dem Abi wollte ich raus, möglichst etwas Neues sehen und erleben. Es wurde trotzdem nur Potsdam. Dort habe ich aus purem Interesse und entgegen meiner eigentlichen Neigung zur Informatik das Studium der Soziologie und Politik-/Verwaltungswissenschaften durchgezogen. Das hatte offen gestanden praktisch gar nichts mit Zukunft zu tun. Außerdem engagierte mich ein Jahr lang in der Studierendenvertretung AStA als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und lebte summa summarum sieben Jahre in dem kleinen, gemütlichen, touristisch optimierten Berlin-Satelliten.

Im letzten Bachelor-Semester bin ich ganz zufällig auf den relativ neuen Masterstudiengang Zukunftsforschung an der Freien Uni in Berlin gestoßen und habe eine Informationsveranstaltung besucht. In dem Moment war mir klar, dass ich mich einschreiben muss. Gesagt, getan. Für mich ist Zukunftsforschung schon immer die Verkettung wissenschaftlicher Evidenz mit weitestgehend normativer, aber unabhängiger Zukunftsgestaltung gewesen.

Außerdem trage ich diese intrinsische Motivation in mir, die Welt retten zu wollen und dieser Weg erschien mir schon damals als funktionierendes Vehikel auf dem Weg dahin.

Apropos Vehikel: Einen Tag nach der mündlichen Prüfung zum Master of Arts Zukunftsforschung haben ein Kommilitone und ich uns auf unsere Fahrräder geschwungen, Zelte und Proviant eingepackt und sind von Potsdam/Berlin rund 2300 Kilometer quer durch Deutschland und Frankreich geradelt. Das Ganze dauerte vier Wochen und zählt zu den wertvollsten Erfahrungen meines Lebens. Seitdem bin ich leidenschaftlicher Trekking- und seit 2019 auch Rennradfahrer.

Nach dem Studium habe ich zunächst eine Zwischenstation als Innovation und Marketing Manager in einem kleinen Berliner Verlags-Startup gemacht. Dann landete ich beim Leipziger 2b AHEAD ThinkTank und sorgte knapp über vier Jahre dafür, dass der neu gegründete Bereich für Trendstudien mit wissenschaftlicher Methodik arbeitet. Anfang 2016 begann ich bereits damit, die Denkfabrik in der coolsten Stadt Ostdeutschlands vereinzelt für Keynotes zu verlassen. Schnell merkte ich, dass mir diese Außeneinsätze extrem viel Freude bereiten und das Feedback war durchweg positiv. Von 24 Auftritten in 2016 stieg die Anzahl der Reden auf 59 im Jahr 2017. Im folgenden Jahr 2018 waren es dann 72 Stück … neben dem Vollzeitjob als Senior Researcher eine fast unmögliche Herausforderung, wäre da nicht ein großartiges Team aufseiten 2b AHEAD und der 5 Sterne Agentur gewesen.

Seit Mai 2019 bin ich selbstständig und ohne institutionelle Verankerung unterwegs.

Die wertfreie Erforschung von Zukünften kann meiner Meinung nach nur gelingen, wenn man nicht abhängig von einem Unternehmen agiert

ein starkes Netzwerk aus anderen Zukunftsforschenden sichert den konstanten Zustrom neuer Erkenntnisse und verhindert blinde Flecken. Auf diese Weise arbeite ich frei und fundiert für meine Kunden und mein Publikum – den Blick kritisch-optimistisch in Richtung Zukunft gewandt mit Rückenwind in den Segeln.

Futuristische Grüße

Kai Gondlach

Master of Arts Zukunftsforschung